5 Fragen an Monika Lazar, MdB
1. Wer sind Sie und was machen Sie?
Seit 2005 arbeite ich als sächsische Abgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag. Ich stamme aus Leipzig, wo ich in sitzungsfreien Wochen bis heute lebe und auch ein Bürgerbüro unterhalte. Ein weiteres Büro habe ich in Chemnitz. Mir ist es sehr wichtig, mit Menschen immer wieder persönlich ins Gespräch zu kommen. Ich möchte Politik machen, die unser Leben wirklich bereichert und verbessert.
2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?
Ganz besonders liegen mir die Themen soziale Gerechtigkeit und Demokratiestärkung am Herzen. Als grüne Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus wende ich mich auf mehreren Ebenen gegen neonazistische Ideologien und Aktivitäten. Dabei bin ich aktiv an Bündnissen beteiligt, besuche Anti-Nazi-Initiativen in der gesamten Bundesrepublik, spreche an Schulen und auf Demonstrationen und vieles mehr. In dieser Wahlperiode kämpfte ich auch für verschiedene Verbote rechtsextremer Organisationen und hatte Erfolg: Die Vereine "Heimattreue Deutsche Jugend", "Collegium Humanum", "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" und "Bauernhilfe e.V." wurden verboten. Das waren gute Signale gegen Rechtsextremismus.
Solche repressiven Maßnahmen können helfen, sind aber nicht der Schwerpunkt meines Engagements. Viel wichtiger ist die Prävention. Dazu gehört, den Menschen zu vermitteln, wie wertvoll und fragil die Demokratie ist und dass Nazis sie zerstören wollen. Ich möchte ein Zusammenleben, bei dem niemand wegen rassistischer, religiöser, sozialer oder kultureller Merkmale diskriminiert, angegriffen oder ausgegrenzt wird.
Deshalb wende ich mich auch gegen jede faktische Ausgrenzung, die durch Armut entsteht. Als Mitglied im Petitionsausschuss habe ich viele Schicksale kennengelernt und bin mir der sozialen Probleme in unserem Land sehr bewusst. Angemessene Mindestlöhne, eine eigene Grundsicherung für alle Kinder und einheitliche Rentenberechnungen in Ost und West gehören deshalb zu den Zielen, die ich konsequent verfolge.
3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?
Die aktuelle Krise zeigt, dass wir neue Antworten brauchen. Wir Grünen bauen auf einen umfassenden Dreiklang: ökologisch, sozial und nachhaltig.
Schon lange ist die Krise weltweit nicht nur eine finanzielle - wir stecken auch in einer gefährlichen Klimakrise. Rückwärtsgewandte Technologien, zum Beispiel die Energieerzeugung aus Atomkraft und immer neuen Kohlekraftwerken, sind nicht mehr länger tragbar. Grüne Zukunftskonzepte heißen: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Wir wollen in Bildung für alle, Forschung und Innovationen für Wirtschaft und Umwelt investieren. Mit solchen Ansätzen können zahlreiche neue Arbeitsplätze – und damit persönliche Perspektiven für viele Menschen – entstehen. Heute gibt es ca. 1,8 Millionen Stellen im Umweltbereich. Grün sorgt dafür, dass das erst der Anfang ist.
Außerdem verteidigen wir am entschiedensten von allen Parteien die Bürgerrechte, die Bundesminister Schäuble und Co. mit Vorstößen wie Online-Durchsuchung, Telefonüberwachung oder Vorratsdatenspeicherung immer mehr abbauen wollen.
4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?
Das Internet übt auf unser Leben einen wachsenden Einfluss aus. Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen es, von den Jugendlichen fast alle. Dieser Einfluss macht auch vor der Bundestagswahl nicht Halt. Und das finde ich gut, weil mit modernen Medien mehr Interesse an Politik geweckt werden kann. Neue Konzepte politischen Dialogs werden angewandt:
So können zum Beispiel auf www.gruene.de Interessierte eigene Videobotschaften hochladen und so mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kommen.
In den 72 Stunden vor der Europawahl beantwortete ein Team von Grünen in der Bundesparteizentrale Fragen der Bürgerinnen und Bürger - mit Liveübertragung ins Internet. Mehr als 3000 Fragen gingen ein und wurden direkt beantwortet, zehntausende Menschen sahen zu. Das war eine erfolgreiche, kommunikative Aktion, die zur Bundestagswahl auf jeden Fall wiederholt wird.
5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?
Mischen Sie sich ein!
Unsere Demokratie lebt davon, dass alle aktiv daran mitwirken.
Gehen Sie wählen!
Jede Stimme für eine demokratische Partei hilft, die Präsenz von Neonazis in den Parlamenten zu verringern.







