5 Fragen an Cornelia Pieper, MdB

von duwählst.de am 30.07.2009

1. Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Cornelia Pieper, ich bin seit 1998 Bundestagsabgeordnete für die FDP. Ich bin forschungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und auch stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP. Als stellvertretende Parteivorsitzende befasse ich mich mit den Themen Bildung und Bildungsgerechtigkeit, Frauen, Familie und Zukunftschancen für die neuen Bundesländer.
Mein erlernter Beruf ist Diplom-Sprachmittlerin für Polnisch und Russisch. Nach dem Studium habe ich einige Jahre als Dolmetscherin und Übersetzerin gearbeitet. Ich komme aus Halle an der Saale, die Stadt ist auch mein Wahlkreis. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn.

2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?

Als Forschungspolitikerin setze ich mich für innovative und moderne Technologien und deren Erforschung zum Wohle der Menschen und ihrer Weiterentwicklung ein. Einmal, um deren Potential nutzbar zu machen, aber auch, weil neue Technologien helfen, Arbeitsplätze für die Zukunft zu schaffen. Immer wichtiger wird auch der Bereich unserer Energieversorgung, also die Frage: Wie gelingt es uns, auch künftig Energie für alle möglichst preiswert und ausreichend zur Verfügung stellen zu können? Die Energieforschung und das Thema erneuerbare Energieformen werden ein zentrales Thema des kommenden Jahrzehnts sein. Die Politik ist hier gefragt, einen brauchbaren Rahmen zu setzen und entsprechend finanzielle Mittel klug zu verteilen.

Als Bildungspolitikerin setze ich mich für faire Bildungschancen für alle ein, denn sie sind der Schlüssel zur Freiheit, zur sozialen Teilhabe, zum persönlichen Glück und Wohlstand. Durch Bildung können sich alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen oder religiösen Herkunft eigene Wege zum Erfolg bahnen. Im Zeitalter der globalen Wissensgesellschaft hat sich die Bildung zur eigentlichen sozialen Frage für die Menschen entwickelt. Eine liberale Gesellschaft fragt nicht danach, was die Eltern sind, sondern danach, was die Kinder können. Bildung ist Bürgerrecht. Wir brauchen ein gerechtes Bildungssystem, das jedem den bestmöglichen Abschluss nach Begabung und Leistung ermöglicht, unabhängig von der sozialen Herkunft. Wir brauchen ein intelligent organisiertes Bildungssystem, das sich flexibel den schnellen Veränderungen in unserer Arbeitswelt anpasst. Wir brauchen ein leistungsfähiges Bildungssystem, das auf den Prinzipien von Chancengleichheit, Wettbewerb, Freiheit und Eigenverantwortung basiert. Wir brauchen ein flexibles Bildungssystem, das von den Fesseln der staatlichen Überregulierung und der Bürokratisierung befreit ist. Wir brauchen ein engagiertes Bildungssystem, das Initiative und individuelles Engagement fördert. Wir brauchen ein besser finanziertes Bildungssystem. Wir fordern daher eine Initiative „Vorfahrt für Bildung“. Die FDP will möglichst schon bis 2010 das Ziel erreichen, verbindlich über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Dabei stehen Bund und Länder gemeinsam in der Verantwortung. Wer es mit der Chancengerechtigkeit im ganzen Bundesgebiet ernst meint, muss für bundesweite Bildungsstandards und vergleichbare Schulabschlüsse sorgen. Ich persönlich kritisiere ausdrücklich den Umstand, dass Bildungs- und Hochschulabschlüsse nicht durch alle Bundesländer gleichermaßen gegenseitige Anerkennung erfahren. Teilweise ist es einfacher, im Ausland zu studieren, als innerhalb Deutschlands den Studienort zu wählen oder zu wechseln.

3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?

In Deutschland wird es Zeit für einen politischen Wechsel, denn Deutschland kann es besser! Eine bessere Politik für die Menschen, die auf Freiheit, Chancengerechtigkeit und Modernität setzt, kann es nur mit der FDP geben. Die FDP ist aus ihrer liberalen Tradition heraus die Bürgerrechts- und Rechtsstaatspartei in Deutschland. Wir stehen für eine Politik von Freiheit in Verantwortung und nicht für Freiheit von Verantwortung. Wir wollen eine solidarische Bürgergesellschaft. Allerdings ohne, dass der Staat oder die Regierung zu massiv in das persönliche Leben des Einzelnen eingreift. Dazu gehört für uns auch ein einfacheres, gerechteres und sozialeres Steuersystem, damit den Bürgern mehr Netto vom Brutto bleibt, denn es soll sich schließlich lohnen, arbeiten zu gehen und etwas zu leisten für die Familie und die Gesellschaft.

4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?

Einen wesentlich höheren, als noch zur Bundestagswahl 2005. Die Bandbreite der Darstellungsformen der einzelnen Parteien ist ja sprunghaft gewachsen. Besonders positiv für die Wählerinnen und Wähler ist die Tatsache, dass der Wahlkampf damit nicht mehr nur der Selbstdarstellung von politischen Kräften nach außen dient, sondern die Bürger aktiv mitreden und bspw. an Kampagnen mit gestalten können. Heute sind die Übermittlungswege für politische Botschaften viel breiter gefächert, damit komplexer. Alle kennen Twitter, Facebock, Bloggs und die großen virtuellen Netzwerke und Kommunikationsplattformen, wie beispielsweise StudiVz. Weit über 40 Millionen Deutsche nutzen das Internet in vielfältiger Art und Weise. Selbstverständlich sind diese Menschen auch Wählerinnen und Wähler. Auch wenn es dem ein oder anderen in der Politik nicht schmeckt, aber Politik bzw. politische Kommunikation läuft heute nicht mehr sozusagen nur von oben nach unten, längst sind die Wege auch andersherum „bottom-up“, wie Experten es nennen. Viele sprechen in diesem Zusammenhang schon von einer Renaissance des basisdemokratischen Engagements, geradezu von einer Revitalisierung unseres politischen System.

5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?

Gehen Sie wählen und nehmen Sie Ihr Bürgerrecht wahr! Viele Menschen auf der Welt wären dankbar dafür, an freien Wahlen teilnehmen zu können. Es stimmt nicht, dass es keinen Unterschied macht, wer regiert und alle Parteien und Politiker letztlich ein- und dasselbe verfolgen. Sie können die künftige Richtung Deutschlands bestimmen. Ich werbe dabei für eine tolerante, weltoffene und optimistische, moderne und gerechte Politik. Die Politik der FDP!

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