5 Fragen an Krista Sager, MdB

von duwählst.de am 12.08.2009

1. Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin Spitzenkandidatin der Hamburger GAL für die Bundestagswahl 2009. Zusammen mit meinem Landesverband kämpfe ich auch darum, im Wahlkreis Eimsbüttel das zweite grüne Direktmandat in der Geschichte der Grünen überhaupt zu holen. Das ist außer in Berlin bislang noch nirgends gelungen.
Aktuell bin ich stellvertretende Fraktionsvorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und leite den Fraktionsarbeitskreis 5 "Wissen und Generationen". Mitglied des Deutschen Bundestages bin ich seit 2002. Zuvor war ich Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft und u a. Zweite Bürgermeisterin sowie Wissenschafts- und Gleichstellungssenatorin in Hamburg.

2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?

Mein inhaltlicher Schwerpunkt liegt bei Bildung, Wissenschaft und Forschung. Ich setze mich für mehr Bildungsgerechtigkeit, mehr Qualität in Bildung und Forschung und eine nachhaltige Wissenschaftspolitik ein. Meine Ziele sind u.a. der Rechtsanspruch für jedes Kind auf einen qualitativ hochwertigen und ganztägigen Kita-Platz ab dem 1. Lebensjahr, ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen mit längerem gemeinsamen Lernen und mehr individueller Förderung, eine Modernisierung der Ausbildung, bessere Studienbedingungen und eine Offensive für die Weiterbildung. Besonders mache ich mich dafür stark, dass das so genannte „Kooperationsverbot“ im Bereich Bildung fällt. In der nun auslaufenden Legislaturperiode habe ich mich außerdem intensiv dafür engagiert, dass Forschungs- und Institutionenförderung an verbindliche Gleichstellungsziele geknüpft werden. Der Anteil von Frauen in der Wissenschaft ist nach wie vor zu niedrig. Dieses wie all die anderen Themen möchte ich auch in der kommenden Legislaturperiode wieder aufgreifen, um dabei weiter voranzukommen.

3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?

Einzig die Grünen sind der Garant für eine konsequente ökologische und soziale Erneuerung unseres Wirtschaftens. Die globale Klima-, Finanz- und Wirtschaftskrise bewältigen wir nur durch ein konsequentes Umsteuern auf nachhaltige Produktion und Konsum. Die schwarz-rote Regierung hat diese Chance vertan. Um die Krise in den Griff zu bekommen, setzt sie auf alte Rezepte. Das aber wird den Herausforderungen nicht gerecht. Wir Grünen haben mit dem Green New Deal ein realistisches Konzept, mit dem wir den jetzt nötigen Aufbruch zur ökologischen und sozialen Modernisierung hinbekommen und innerhalb von vier Jahren eine Million neue und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen können: in Bildung und Betreuung, in Gesundheit und Pflege, bei den erneuerbaren Energien, Energie- und Ressourceneffizienz, in der Gebäudesanierung und der ökologischen Landwirtschaft. Um unsere Vorschläge umzusetzen, werben wir um Ihre Stimme.

4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?

Grüne WählerInnen und Mitglieder sind besonders internetaffin und haben eine große Bereitschaft, neue Kommunikationstechniken aktiv zu nutzen. Auch sind viele Themen, die wir Grünen aufgreifen, für die Internet-Community von großem Interesse. Ich denke da an unsere Positionen zu Datenschutz, Neue Medien, Computerspiele oder Green-IT. Webbasierte Kommunikation ist daher für die Grünen generell und natürlich besonders im Wahlkampf von großer Bedeutung. Viele grüne PolitikerInnen, so auch ich, haben zudem schon vor dem Wahlkampf soziale Netzwerke wie Facebook für sich entdeckt. Insbesondere um jüngere WählerInnen politisch zu erreichen, ist es mittlerweile selbstverständlich, dass wir Grüne online Kampagnen bestreiten und die Möglichkeiten des Web 2.0 nutzen.

5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?

Grüne Inhalte sind aktueller denn je und nur die Grünen können sie glaubhaft vertreten. Die große Koalition hat Deutschlands Vorreiterrolle im Klimaschutz verspielt. Sie hat den Neubau von klimaschädlichen Kohlekraftwerken massiv unterstützt. Die CDU will in der nächsten Legislaturperiode gar den Atomausstieg rückgängig machen und damit weiter an einer gefährlichen Risikotechnologie festhalten. Währenddessen wirbt neuerdings die SPD mit Klima und Umwelt als Wachstumsmotoren auf dem Weg in die Vollbeschäftigung. Tatsächlich hat die SPD in der Regierung aber wenig zur Lösung der Probleme beigetragen. CDU und FDP wiederum überbieten sich in ihren Programmen mit Versprechen zu Steuersenkungen, die zwischen 51 und 80 Milliarden Euro kosten würden. Damit wäre der notwenige Bildungsaufbruch unmöglich und der künftige Sozialabbau vorprogrammiert. Wer dem etwas entgegensetzen will, muss im September grün wählen und damit zeigen: Die Zeit ist reif für einen grünen Neuen Gesellschaftsvertrag.

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