5 Fragen an Dr. Bärbel Kofler, MdB

von duwählst.de am 09.08.2009

1. Wer sind Sie und was machen Sie?

Geboren bin ich am 24. Mai 1967 in Freilassing. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau habe ich über den zweiten Bildungsweg Sprachwissenschaften studiert und anschließend als Dozentin gearbeitet.
Seit 2004 bin ich Bundestagsabgeordnete. Mein politisches Engagement hat in der Kommunalpolitik begonnen und ich bin auch heute noch Kreisrätin. Innerhalb der SPD engagiere ich mich als stellvertretende Bezirksvorsitzende der SPD Oberbayern sowie als Mitglied im Landesvorstand der BayernSPD. Im Deutschen Bundestag bin ich innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion vor allem für das Thema wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Außenpolitik zuständig. Neben der Ausschusstätigkeit bin ich die Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe und Mitglied in der Arbeitsgruppe Kommunalpolitik der SPD-Bundestagsfraktion.

2. Wofür setzen Sie sich besonders ein?

Unsere Gesellschaft lebt von den Werten Demokratie, Sozialstaatlichkeit und Gerechtigkeit. Diese Werte müssen im Mittelpunkt stehen und dürfen niemals aufgegeben werden. Als aktive bayerische Kommunalpolitikerin ist für mich die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes ein zentrales Aufgabengebiet. Dazu gehört der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, vor allem der Schiene, und des öffentlichen Nahverkehrs. Starke Kommunen sind wichtig für die Lebensqualität der Menschen. Gerade im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge und der Sicherstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur wird dies deutlich. Dazu gehören starke Stadtwerke oder die Ausstattung mit Schulen und Kindergärten.

Mein Wahlkreis ist eine der größten Urlaubsregionen Deutschlands. Der Einklang von Ökonomie und Ökologie ist mir daher wichtig. Das Auskommen der Menschen muss dabei Hand in Hand gehen mit dem Erhalt der Umwelt. Nur wenn wir unsere Umwelt nachhaltig schützen, können wir den Lebensraum für die nächsten Generationen bewahren.

Gute Arbeit ist entscheidend! Dazu gehört die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes. Zeitarbeiter und Festangestellte müssen die gleichen Rechte und Löhne erhalten. Es darf auch keinen Unterschied mehr machen, ob eine Tätigkeit von einer Frau oder einem Mann ausgeführt wird. Auch hier muss gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Es ist mir auch wichtig, unsere sozialen Sicherungssysteme auf ein breites Fundament zu stellen. Ein erster Schritt muss die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung sein. Nur wenn die Solidarität der Bürger untereinander gesichert ist, kann es Chancengleichheit für alle geben.

Als Entwicklungspolitikerin ist für mich eines klar: Globalisierung muss sozial, ökologisch und gerecht gestaltet werden!

3. Warum Ihre Partei zur Bundestagswahl 2009 wählen?

Die SPD hat ein Regierungsprogramm für die Menschen in unserem Land vorgestellt, in dem sie genau sagt was sie will. Hierin finden sich Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen, die Finanzkrise und eindeutige Vorstellungen für die Zukunft unseres Landes.

Konkret haben wir 8 zentrale Ziele in unserem Regierungsprogramm formuliert:

  1. Gute Löhne für gute Arbeit – und zwar für alle!
  2. Erstklassige Bildung ohne Gebühren!
  3. Klimaschutz mit sicherer Energie statt gefährlicher Atomkraft!
  4. Unterstützung für unsere Familien!
  5. Echte Gleichstellung für Frauen!
  6. Ein tolerantes Land für alle!
  7. Eine menschliche Gesellschaft statt ungezügeltem Kapitalismus!
  8. Fortschritt durch Bildung, Arbeit und Nachhaltigkeit!

Die SPD steht für einen Fortschritt, der wirtschaftlichen Erfolg und soziale Gerechtigkeit nicht als Gegensätze begreift, sondern als Einheit. Wir stehen für eine moderne, offene Gesellschaft und für die Kräfte in der Gesellschaft, die sich nicht mit Ungerechtigkeiten, Ausgrenzung und Vorurteilen abgefunden haben.

4. Welchen Stellenwert hat das Internet in diesem Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009?

Die Bedeutung des Internets als Medium der politischen Kommunikation nimmt stetig zu. Deswegen war mir persönlich auch wichtig, von Anfang an eine Homepage anzubieten. Auf www.baerbel-kofler.de können sich die Bürgerinnen und Bürger über mich und meine politische Arbeit in Berlin und in meinem Wahlkreis informieren und natürlich auch in Kontakt zu mir treten. Das Internet bietet jedem die Möglichkeit, sich schnell und umfassend zu informieren. Trotzdem ist der persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen und ich führe viele persönliche Gespräche. Mir ist sehr wichtig, dass ich zwei Wahlkreisbüros (in Bad Reichenhall und Traunstein) für die Bürger und ihre Anliegen zur Verfügung stellen kann.

5. Ihr Schlussstatement an die Mitglieder von duwählst.de?

Ich finde es gut, dass es immer mehr Portale gibt, auf denen die Menschen mit „ihren“ Abgeordneten schnell und unkompliziert politische Fragen diskutieren können. Wichtig ist meiner Meinung aber auch, das persönliche Gespräch zu suchen. Ich hoffe sehr, dass möglichst viele dieses Angebot nutzen, sich informieren und dann am 27. September zur Wahl gehen.

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